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Hochbegabung
Während sich der Staat und die Gesellschaft mit den Bedürfnissen minderbegabter Kinder und deren Förderung schon seit Jahrzehnten beschäftigen, wird über hoch begabte Kinder, deren Entwicklung und Bedürfnisse erst seit einigen Jahren wieder stärker nachgedacht und geforscht. Dabei halten sich nach wie vor hartnäckig Mutmaßungen und Mythen über Hochbegabte. Diesen Fehlannahmen liegt häufig die Meinung zugrunde, Hochbegabte würden sich in jedem Fall und unter allen Bedingungen allein aufgrund ihres geistigen Potentials immer erfolgreich entwickeln. Dass dies jedoch nicht immer so ist, erleben wir in unserer Beratungsarbeit immer wieder.
Hoch begabte Kinder können in der Schule und im sozialen Umgang Probleme entwickeln, wenn ihre intellektuellen Bedürfnisse lange Zeit nicht wahrgenommen oder akzeptiert werden und die Kinder deshalb ihre Fähigkeiten nicht entfalten können. Dürfen sie hingegen soviel fragen, lesen, lernen, experimentieren, wie es ihren Bedürfnissen entspricht, haben sie in aller Regeln nicht mehr oder weniger Probleme als andere Kinder auch.
In unserer Gesellschaft haben es hoch begabte Kinder und ihre Eltern schwer,
- weil viele meinen, die Eltern würden sich nur einbilden,
dass ihr Kind besonders begabt sei
- weil viele denken, dass die Eltern ihre Kinder "dressiert" haben
- weil viele glauben, dass es Hochbegabte sowieso leichter haben
und deshalb keiner besonderen Beachtung bedürfen
- weil viele nicht wissen, dass der Umgang mit einem hoch begabten Kind für die anderen Familienmitglieder sehr anstrengend sein kann
Daher ist es sehr wichtig, über die Entwicklung und Eigenarten von hoch begabten Kindern zu informieren und diese Kinder möglichst früh zu erkennen. Durch eine frühe Diagnose - am besten schon vor der Einschulung - kann sowohl den Kindern bei der Entfaltung ihrer Begabungen geholfen sowie möglichen Fehlentwicklungen vorgebeugt werden.
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